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Immer am Ball
Erfolgreicher 2.Fußball-Stammtisch der sportklinik.ERFURT

Einen Streifen Tape unterhalb der Zehen. Ein zweites Stück oberhalb des Knöchels, ringförmig fixiert. „Dann kleben sie jeweils drei Steigbügel an der Innen- und Außenseite zu den Zehen und zum Kopf“, erklärt Dr. Peter Ullmann, im Tape-Seminar des zweiten Fußballstammtischs in der Erfurter Sportklinik. Wie man bei einer Verletzung des Sprunggelenks schnell handelt, weiß der Vereinsarzt des FC Rot-Weiß Erfurt und Facharzt für Orthopädie an der sportklinik.ERFURT, ganz genau. Die Therapie folgt der sogenannten „PECH“-Regel. Nach einer sofortigen Pause, sollte die Kühlung durch Eis einsetzen. Der Fuß sollte mit einem Verband gestützt (Compression) und hochgelagert werden. Erst dann kann die Behandlung durch stabilisierendes Tape-Band einsetzten.

Dr. Peter Ullmann reißt drei lange Streifen des weißen Tape-Bandes ab und befestigt sie am äußeren Sprunggelenk einer Teilnehmerin. „Ganz wichtig“, fügt der Mediziner hinzu. „Wickeln Sie zunächst einen dünnen Verband um das Sprunggelenk und befestigen sie darauf dann das Tape. Dann sitzt es besser“. Zuletzt umwickelt er die Stellen, an denen noch Teile des Verbands zu sehen sind, mit Tape-Band. Dann dürfen sich die Gäste des Erfurter Fußballstammtischs mit dem weißen Tape ausprobieren. In kleinen Gruppen wird nun eine Verletzung simuliert. In welche Richtung ist der Patient umgeknickt? Viele Teilnehmer entscheiden sich für den Knick des Sprunggelenks nach außen, die sogenannte Pronation. „Das ist die häufigste Verletzungsrichtung des Sprunggelenks“, erklärt Dr. Peter Ullmann, der fast täglich mit Bänderrissen, Verstauchungen und Knochenbrüchen zu tun hat.

Bänderrisse kennt der Mittelstürmer Tino Semmer selbst zur Genüge. Als einer von drei sportlichen Gästen beim zweiten Erfurter Fußballstammtisch, hat der Fußballer vom FSV Wacker 90 Nordhausen schon zwei Bänderrissverletzungen erlebt. „Ich bin im Zweikampf zum Kopfball hochgestiegen und knickte nach außen, als ich wieder aufkam“. Für Dr. Peter Ullmann war die Diagnose sofort klar: Bänderriss. Jens Möckel vom FC Rot-Weiß Erfurt hatte in puncto Sprunggelenksverletzungen bisher Glück. Dafür ist der Fußballer aufgrund einer Schulterverletzung geschwächt und hofft noch in diesem Jahr wieder in den Spielbetrieb einsteigen zu können. Beide loben das starke Stabilisationstraining, was sie nach der Verletzung schnell wieder in spielerische Topform brachte. Und das ohne Folgeverletzungen.

Ob ein Spieler nach einer Verletzung wieder seine volle Beweglichkeit und Stabilität besitzt, kann Martin Ullmann, Co-Trainer des FC Carl-Zeiss Jena, schon mit wenig Aufwand testen. „Mithilfe des Functional-Movement-Screen testen wir die Beweglichkeit aller Leistungsmannschaften“, sagt Martin Ullmann. „Das gibt uns Aufschluss darüber, wo die Mannschaft noch Defizite hat“.

Nach dem Abendessen wartete noch ein besonderes Highlight auf die Teilnehmer des zweiten Fußballstammtischs. Das Länderspiel der U 17-Nationalmannschaft gegen die Niederlande. Mit einem überlegenen 2:1 Sieg rundete das deutsche Nachwuchsteam den zweiten Fußballstammtisch in Erfurt erfolgreich ab. BSports bedankt sich herzlich bei der sportklinik.ERFURT, der Firma Hartmann und allen weiteren Organisatoren und Mitwirkenden, für einen lehrreichen zweiten Fußballstammtisch in Erfurt.